Kolosser-4

Wie es Paulus und seinen Mitarbeitern geht

1 Ihr Herren, behandelt eure Sklaven gerecht. Denkt daran, dass auch ihr einen Herrn im Himmel habt.!

2 Seid treu, ausdauernd und wach im Gebet und im Dank an Gott!

3 Vergesst auch nicht, für uns zu beten, dass Gott uns eine Tür öffnet und wir die Botschaft vom Geheimnis des Messias weiter bekannt machen dürfen, für die ich auch im Gefängnis bin!

4 Betet, dass ich diese Botschaft so klar verkündige, wie ich sollte!

5 Seid weise im Umgang mit Menschen von draußen und nutzt die Gelegenheiten, die Gott euch gibt!

6 Eure Worte seien immer freundlich und angenehm gewürzt! Ihr sollt wissen, wie ihr jedem Einzelnen antworten müsst!

7 Wie es mir geht, wird euch mein lieber Bruder Tychikus ausführlich berichten. Er ist ein treuer Diener und mit mir zusammen ein Sklave für den Herrn.

8 Ich habe ihn gerade deshalb zu euch geschickt, damit ihr alles über uns erfahrt und er euch ermutigen kann.

9 Außerdem schicke ich euch den treuen und lieben Bruder Onesimus mit, der ja einer von euch ist. Sie werden euch alles berichten, was hier geschehen ist.

10 Aristarch, der mit mir im Gefängnis sitzt, lässt euch grüßen, ebenso Markus, der Neffe von Barnabas. Seinetwegen habt ihr ja schon Anweisungen erhalten. Nehmt ihn freundlich auf, wenn er zu euch kommt!

11 Auch Jesus, den wir Justus nennen, lässt euch grüßen. Von den Juden sind sie die einzigen, die hier mit mir für das Reich Gottes arbeiten. Sie sind mir ein wirklicher Trost.

12 Es grüßt euch auch Epaphras, der ja ebenfalls von euch kommt. Er ist ein treuer Diener von Jesus Christus und kämpft in seinen Gebeten ständig für euch, damit ihr euch als gereifte Christen voller Überzeugung nach Gottes Willen richtet.

13 Ich kann bezeugen, dass er viel Mühe für euch und auch für die Gläubigen in Laodizea(1) und Hierapolis(2) auf sich nimmt.

14 Unser lieber Arzt Lukas grüßt euch und ebenso Demas.

15 Grüßt auch ihr die Geschwister in Laodizea, besonders auch Nympha(3) und die Gemeinde in ihrem Haus!

16 Und wenn ihr diesen Brief bei euch vorgelesen habt, sorgt dafür, dass er auch in der Gemeinde von Laodizea gelesen wird! Und lest auch den Brief, den ich an sie geschrieben habe!

17 Sagt Archippus: "Bemühe dich, die Aufgabe zu erfüllen, die der Herr dir aufgetragen hat!"

18 Und hier mein Gruß an euch mit eigener Hand. Denkt an meine Fesseln! Gottes Gnade sei mit euch!

Anmerkungen

(1) Die Stadt am unteren Ende des fruchtbaren Lykos-Tals war durch Wollindustrie und eine medizinische Schule bekannt. Sie besaß nicht genügend Wasserquellen und musste das Wasser aus 10 km nördlich gelegenen Heißwasserquellen über Aquädukte heranleiten.

(2) 10 km von Laodizäa und 23 km von Kolossä entfernt. Der Ort ist durch seine heißen Quellen berühmt, die über Terrassen von Tropfsteinbildungen herabfließen.

(3) Vom Grundtext her ist nicht sicher zu entscheiden, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt.

Gottes zweifache Missionsstrategie

Verse 2-6 sind sehr wichtig, um zu verstehen, wie Gott dich gebrauchen möchte. Viele Christen bringen Gottes Plan der Evangelisation durcheinander. Wir finden hier zwei Personengruppen, mit zwei unterschiedlichen Aufträgen:

  1. Paulus: Evangelisation durch Predigt, Reisedienst (V.3+4)
  2. Gemeinde: Evangelisation durch Lebenstil, bleiben am selben Ort (V.5+6)

Paulus hatte damals in einer ganz speziellen Situation einen ganz speziellen Auftrag. Er war Pionier, der in strategisch wichtigen Punkten Gemeinden gründete. Er ging an die Orte, wo er viele offene Menschen fand; meist waren das die Synagogen. Dort hielt er eine evangelistische Predigt. Sobald sich eine Gemeinde geformt hatte, zog er weiter an den nächsten Ort.

Durch den Dienst von Paulus waren viele Gemeinden entstanden. Diese Gemeinden, wie die Gemeinde in Kolossä, hatten nun einen anderen Auftrag wie Paulus. Die Gemeindeglieder blieben meist vor Ort, um vor allem durch ihr Leben Menschen für den Herrn zu gewinnen. Wir nennen das Freundschaftsevangelisation.

“Ja, von euch aus hat sich die Botschaft des Herrn in ganz Mazedonien und Achaja verbreitet. Es gibt inzwischen kaum noch einen Ort, wo man nicht von eurem Glauben an Gott gehört hätte. Wir brauchen niemand etwas davon zu erzählen.” (1Thess 1:8f)

Für unser Leben können wir folgendes lernen:

Evangelisation ist also nicht nur eine einmalige Aktion, ein Einsatz. Nein Evangelisation ist ein Lebensstil. Jeden Tag sollten wir “Missionare” sein: Arbeitskollegen, Freunde und Familienangehörige haben Vertrauen zu dir. Sie können dein Leben anschauen und sie werden leichter auf dich hören, wenn du ihnen erzählst, was Gott in deinem Leben getan hat. An deinem Arbeitsplatz kannst du Menschen erreichen, die vielleicht niemand anders erreichen kann, auch kein Paulus; deshalb schreibt Paulus:

“Seid weise im Umgang mit Menschen von draußen und nutzt die Gelegenheiten, die Gott euch gibt! Eure Worte seien immer freundlich und angenehm gewürzt! Ihr sollt wissen, wie ihr jedem Einzelnen antworten müsst!” (V.5+6)

Manche Menschen haben einen besonderen Ruf von Gott: sie sind von Gott als Missionare berufen, um an einem anderen Ort eine Gemeinde zu gründen. Diese Leute brauchen von uns vor allem Gebetsunterstützung! Deshalb schreibt Paulus:

“Vergesst auch nicht für uns zu beten, dass Gott uns eine Tür öffnet und wir sein Geheimnis bekannt machen dürfen, nämlich die Botschaft von Christus, für den ich auch im Gefängnis bin!” (V.4)

Aber bedenke, dass das eine das andere nicht ausschließt! Auch wenn du nicht als Missionar berufen bist, ist es wichtig immer wieder mal einen “Missionseinsatz” zu machen. Ich fahre zum Beispiel ein Mal im Jahr nach Albanien. In Österreich gehe ich immer wieder auf die Straße oder verteile Material bei größeren Konzerten. In meinem Studium versuche ich Gelegenheiten zu finden von Gott zu erzählen. Wir sollen immer und überall bereit sein von Gott zu erzählen. Wir müssen nach Gelegenheiten Ausschau halten und diese nutzen!

Denke nach und bete, wo Gott dich gebrauchen möchte!
Evangelisation ist nicht nur eine Begabung, sondern ein Auftrag Gottes:

“Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern. Dabei sollt ihr sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes taufen und sie belehren, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Zeit.” (Mt 28:19+20)

Anmerkungen

Empfohlene Literatur zu diesem Thema:

Petersen, Jim. 2006. Evangelisation: ein Lebensstil. Francke-Buchhandlung
ISBN-10: 3861228114
ISBN-13: 978-3861228110

Jim Petersen/Mike Shamy. Der Insider: Evangelisieren durch Beziehungen. Bielefeld: CLV
ISBN: 978-3-89397-962-2

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